Brexbachtalbahn e.V.
Pressespiegel Presseartikel Buchhahnweg gesperrt
Buchhahnweg gesperrt
Donnerstag, 04. März 2010 um 00:00
"Brex" ist für Zugverkehr freigegeben - In Ransbach-Baumbach muss Lösung für Bahnübergang her

Die Brexbachtalbahn hat grünes Licht für den Betrieb auf dem Teilstück zwischen Siershahn und Grenzau bekommen. Folge davon: In Ransbach-Baumbach ist nun ein Bahnübergang gesperrt worden. Ob unnötig oder notwendig - darüber herrscht Uneinigkeit zwischen Brex-Betreiber und Bürgermeister.

RANSBACH-BAUMBACH. Der Bahnübergang Buchhahnweg in Ransbach-Baumbach ist durch den Bauhof für Autofahrer und Fußgänger komplett gesperrt worden. Jörg Seyffert, Inhaber der Eifelbahn Verkehrsgesellschaft und Betreiber der Brexbachtalbahn, kommentiert dies der WZ gegenüber so: "Diese Sperrung wurde behördlich angeordnet, weil es vor Jahren versäumt worden war, das notwendige Planfeststellungsverfahren einzuleiten." Und weiter: "Ein Schwarzbau und Planungsfehler, der seit Jahren im Rathaus bekannt ist", so Jörg Seyffert. Dabei wäre seiner Ansicht nach Zeit genug gewesen, ein Konzept zur Aufrechterhaltung des Übergangs zu erstellen und den Bahnübergang nachträglich genehmigen zu lassen. Um den Einbau einer technischen Sicherung komme die Stadt aber nun wohl nicht mehr herum. Eine Öffnung für Fußgänger sei rechtlich aber sofort möglich.

Keine Erklärung

Seyffert hat keine Erklärung, warum diese Lösung nicht umgesetzt wird. Auch das Eisenbahnbundesamt habe diesen Zwischenschritt empfohlen. "Die Anwohner müssen nun für die Planungsfehler geradestehen, die im Rathaus von Ransbach-Baumbach gemacht und bis zum letzten Tag ausgesessen wurden", äußert sich Jörg Seyffert recht provokativ.

Bürgermeister Michael Merz kontert: "Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es auch in früheren Jahren, als die Bahnstrecke noch in Betrieb war, einen Übergang zwischen dem Buchhahnweg und dem heutigen Fischerweg gegeben hat, etwa für Fußgänger und landwirtschaftlichen Verkehr." Hier befanden sich laut Merz Absperrvorrichtungen, die sich öffnen ließen und die wohl, nachdem der Streckenbetrieb durch die damalige Bundesbahn eingestellt wurde, beseitigt worden seien.

Merz erläutert weiter: Da die Stadt und die Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach seither das Ziel verfolgten, diese ehemalige Bahnstrecke als Radwanderweg zu nutzen, habe sich hier die Frage nach einer Konzeption zur Aufrechterhaltung eines Bahnüberganges nicht gestellt. Zur Erinnerung: In jüngster Vergangenheit wurde ein formeller Antrag auf Entwidmung dieser Bahnstrecke bei den zuständigen Stellen eingereicht, der sich erst im Sommer 2009 mit der Erteilung einer Betriebserlaubnis für die Eifelbahn Verkehrsgesellschaft als nicht Erfolg versprechend darstellte. Erstmalig, so der Bürgermeister, fand im Oktober 2008 eine sogenannte Bahnübergangsschau mit allen Beteiligten, also der DB Netz AG und der Eifelbahn, statt. "Keiner der Beteiligten hatte Einwände oder Bedenken gegen die bestehende Sicherung des Übergangs vorgetragen", sagt Merz.

Provisorische Sperre

Erst Anfang 2009 habe Betreiber Seyffert erste Bedenken geäußert, dass der Bahnübergang in seinem Bestand nicht der ursprünglichen Form entspreche. "Daher wurde auch für die Eröffnung der Strecke an Pfingsten 2009 eine provisorische Sperre errichtet, die auf ausdrücklichen Hinweis von Jörg Seyffert auch jeglichen Fußgängerverkehr ausschloss", erinnert sich der Bürgermeister. Warum nun aber, im Gegensatz zu Pfingsten 2009, eine Querung für Fußgänger zulässig sei, kann durch die Verwaltung in Ransbach-Baumbach nicht nachvollzogen werden.

"Falls dies seitens der Aufsichtsbehörden jetzt genehmigt wird, werden die Sperren umgehend verändert", kündigt Michael Merz an. Seit der offiziellen Wiederinbetriebnahme Ende Februar bemühe sich die Verwaltung mit Nachdruck um eine dauerhafte Lösung, damit der Übergang, wie bisher, dem öffentlichen Verkehr erhalten bleibe. "Die jetzige Situation mit den Sperrbaken ist selbstverständlich nur ein Provisorium, das zum Schutz der Bevölkerung errichtet wurde", sagt Bürgermeister Merz.
 
Camilla Härtewig
 
(c) Rhein-Zeitung